Band und Album
Pete & The Jam und Mathilda zeigen Musik als Beziehung: Aufnahmen, Stimmen, Arrangements und Reaktionen über Zeit hinweg.
Alben und Projekte
Spielen, arrangieren, reagieren und verdichten: Musik als Arbeit am Zwischenraum zwischen Menschen, Bildern und Klang.
Klangkarte
Vier Zugänge zu einer Arbeit, die immer mit Beziehung beginnt: hören, reagieren, spielen, verdichten.
Ein über Jahre gewachsener Raum, in dem Musiker:innen aufeinander reagieren, ohne gleichzeitig im selben Raum zu sein.
02 Band MathildaKlavier, Rhodes, Hammond, Akkordeon und Arrangements zwischen Chanson, Pop, Ironie und Melancholie.
03 Film Scoring BerlinCeleste und Piano als filmische Spur: Klang, der Bilder nicht erklärt, sondern innerlich mitträgt.
04 Sampling Orchestral ToolsTon für Ton, kurz und lang, feinste Dynamik: Handwerk, aus dem spielbare virtuelle Instrumente entstehen.
Diese Musikseite zeigt keine getrennten Felder, sondern Stationen einer Arbeit: spielen, reagieren, arrangieren, aufnehmen, verdichten.
Pete & The Jam und Mathilda zeigen Musik als Beziehung: Aufnahmen, Stimmen, Arrangements und Reaktionen über Zeit hinweg.
Scoring Berlin, Lost & Crowned und The Ritual Killer stehen für Klang, der Bilder nicht erklärt, sondern ihnen eine innere Spur gibt.
Orchestral Tools und Sample-Libraries machen aus gespielten Einzeltönen virtuelle Instrumente: Handwerk, Präzision und Hören unter dem Mikroskop.
Ein über Jahre gewachsenes Musikprojekt über Resonanz, Verbundenheit und gemeinsames Klingen auf Distanz.
Projektgeschichte
Das Projekt Pete & The Jam ist kein Produkt, sondern ein Raum. Ein Raum, in dem Menschen gemeinsam klingen – ohne Verabredung zur Gefälligkeit, ohne dass je alle gleichzeitig im selben Raum standen.
Entstanden ist dieses Album nicht durch Geld, sondern durch Bedeutung. Die Musiker:innen, die mitgewirkt haben, sind Meister:innen ihres Fachs – und haben sich trotzdem Zeit füreinander genommen, ohne dass es sich finanziell gelohnt hätte. Weil sie gespürt haben: Hier geht es nicht um Show, sondern um Wahrhaftigkeit.
Die Art, wie dieses Album entstanden ist, gibt es so kaum. Ich habe mit einem Demo begonnen. Dann hat der Schlagzeuger seine Aufnahme hinzugefügt. Ich habe darauf reagiert, das Demo verändert, weitergeschickt an die nächste Musikerin, den nächsten Musiker – die wiederum auf das reagiert haben, was inzwischen entstanden war. So ging es weiter, Song für Song, über zwölf Jahre. Niemand hat nach Vorgabe gespielt. Jede:r hat auf das gehört, was bereits da war – und etwas hinzugefügt, das vorher nicht möglich gewesen wäre.
Was du hörst, ist also kein eingeübtes Zusammenspiel, sondern etwas, das über zwölf Jahre gewachsen ist: Stimmen, die sich gefunden haben, ohne sich je live zu begegnen. Grooves, die getragen sind von einem Zuhören über Zeit und Distanz hinweg.
Die Texte dieses Albums sind christlich-religiös. Das war die Sprache, in der dieses Projekt zu dieser Zeit seine Form fand – nicht der Kern dessen, worum es geht. Dieselbe Erfahrung hätte auch in einem anderen Genre, mit einem anderen Hintergrund entstehen können. Was hier klingt, ist ein Zeugnis davon, was zwischen Menschen entstehen kann, wenn echte Resonanz möglich wird.
Entstanden ist dieses Projekt aus meiner eigenen Geschichte: der Musik der katholischen Kirche meiner Kindheit, später der Baptistengemeinde im Berliner Wedding, der klassischen Ausbildung, die mich geprägt hat, und einem Weg über Jazz, R'n'B und Lobpreismusik, der mich zum Gospel führte. Diese Genrefreiheit findet sich auch in meiner Arbeit mit der Band Mathilda – die Überzeugung, dass Musik dort entsteht, wo verschiedene Wege sich berühren. Heute würde ich ein Projekt wie dieses nicht mehr so machen. Damals war es die richtige Form für das, was werden wollte.
Was hier entstanden ist, bedeutet: ein kollektiver Ruf nach Verbundenheit. Ein musikalisches Zeugnis dafür, dass Menschen sich noch gegenseitig zumuten – und aushalten – und erhören.
Dieses Projekt lädt dich nicht zum Konsum ein, sondern zur Teilnahme. Zum Berührtwerden. Zum Mitschwingen.
Bandgeschichte
Mathilda war eine Berliner Chanson-Pop-Band um den Songschreiber Florian Bald. Die Musik verbindet deutschsprachige Texte, Pop, Chanson, jazzige Farben und eine feine Lust an Ironie und Melancholie. Die siebenköpfige frühe Besetzung wurde 2003 gegründet und erhielt 2004 den Nachwuchsförderpreis für junge Songpoeten der Hanns-Seidel-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk.
Peter Roth-Westdickenberg spielte in dieser Phase Klavier, Fender Rhodes, Hammond-Orgel und Akkordeon. Neben den Tasteninstrumenten gehörten auch Arrangements zu seiner Arbeit an den Songs: harmonische Farben, klangliche Übergänge und die Verbindung von Bandklang, Chanson und Pop.
Filmmusik
In zwei Filmprojekten entstanden musikalische Beiträge für die Musikproduktionsfirma Scoring Berlin. Scoring Berlin steht für die professionelle Schnittstelle zwischen Komposition, Produktion, Musiker:innen und Film: Musik wird hier nicht nur aufgenommen, sondern so in ein Bild- und Erzählgeschehen eingebettet, dass sie dramaturgisch trägt. Auch hier geht es nicht um ein hervorgehobenes Solo, sondern um Klang als Teil eines größeren filmischen Raums: eine Celeste-Spur im Animationsfilm Lost & Crowned und zwei Piano-Solo-Stücke für The Ritual Killer mit Morgan Freeman.
Für den Animationsfilm Lost & Crowned spiele ich Celeste. Die helle, schwebende Klangfarbe steht nicht vor dem Bild, sondern öffnet darin eine feine Zwischenebene: etwas Märchenhaftes, Zerbrechliches, das die Bewegung der Animation mitträgt.
Für den Film The Ritual Killer mit Morgan Freeman habe ich zwei Stücke Piano solo eingespielt. Das Klavier erscheint hier als konzentrierte Spur: reduziert, unmittelbar und nah an der inneren Spannung des Films.
Samplingarbeit
Sampling bedeutet, dass ein echtes Instrument Ton für Ton aufgenommen wird, damit daraus ein spielbares virtuelles Instrument entsteht. Komponist:innen können diese Klänge später am Computer einsetzen, zum Beispiel für Filmmusik, Games, Theater, Popproduktionen oder erste Entwürfe für große Orchesteraufnahmen.
In dem Clip hört man das Piano, das ich für Orchestral Tools gespielt habe. Damit daraus hochaufgelöste Samples entstehen konnten, musste jeder Ton des Klaviers in sehr feinen dynamischen Abstufungen gespielt werden: kurz, lang, leise, kräftig, kontrolliert und wiederholbar. Nur so wirkt das spätere virtuelle Instrument nicht technisch, sondern lebendig.
Orchestral Tools gehört zu den prägenden deutschen Herstellern professioneller Sample Libraries. Die Firma entwickelt in Berlin und Freiburg virtuelle Instrumente, die weltweit von Komponist:innen, Produzent:innen und Sounddesigner:innen genutzt werden. Ich habe außerdem an Sample Libraries für The Mandalorian gearbeitet und Instrumente für Libraries für die Oscarpreisträgerin Rachel Portman und die Einstürzenden Neubauten gespielt.
Die Musikseite zeigt die klingende Praxis. Von hier aus führen die Wege zu Denken, Forschung und Bildung.
Die Philosophie des Zwischenraums beschreibt, warum Beziehung vor Besitz kommt.
Zur PhilosophieDie Forschungsseite fragt, wie sich Wahrnehmung durch Begegnung verändert.
Zur ForschungDie Module übersetzen Hören, Reagieren und Gestalten in Unterricht.
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