Unterrichtsstudie 2026/27

Das lernende Ohr im Migrationskontext

Eine Unterrichtsstudie zur Frage, wie musikalische Fremdheit entsteht – und ob sie sich verändern lässt.

Kann sich musikalische Wahrnehmung durch wiederholte Begegnung verändern?

Forschungsreise

Nicht die Methode steht am Anfang, sondern eine Beobachtung aus dem Unterricht: Jugendliche teilen einen Raum, aber nicht automatisch dieselben musikalischen Erfahrungen.

01Beobachtung

Die Beobachtung

In einer Berliner Integrierten Sekundarschule sitzen Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Herkunftsgeschichten gemeinsam im Musikunterricht. Viele bringen arabische, türkische, osteuropäische, westafrikanische oder südostasiatische Familiengeschichten mit. Gleichzeitig ist ihre tatsächliche musikalische Sozialisation oft stark durch globale Streaming-Kultur geprägt.

Was kann ein Musiklehrer eigentlich von wem erwarten?

02Irritation

Die Irritation

Musikunterricht geht oft unausgesprochen davon aus, dass Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund Musik aus ihren Herkunftskulturen kennen oder repräsentieren können. Die Studie stellt diese Erwartung infrage.

Was, wenn Herkunft nicht automatisch musikalische Vertrautheit bedeutet?

03These

Geteilte Fremdheit

Vielleicht ist klassische arabische Musiktradition für arabischstämmige Jugendliche in Deutschland ähnlich fremd wie für ihre deutschen Mitschülerinnen und Mitschüler. Nicht, weil Herkunft unwichtig wäre, sondern weil Hören durch konkrete Erfahrung geprägt wird.

Niemand ist automatisch Experte. Alle können gemeinsam Lernende sein.
04Frage

Die Forschungsfrage

Verändert sich die Wahrnehmung fremder Musik durch wiederholte musikalische Erfahrung?

Wie fremd oder vertraut wirkt Maqam-Musik zu Beginn?
Verändert sich diese Wahrnehmung über mehrere Wochen?
Können Schülerinnen und Schüler Unterschiede später genauer beschreiben?
Reagiert der Körper anders, wenn Musik vertrauter wird?
Gibt es Unterschiede zwischen Herkunftsgruppen – oder zeigt sich gerade geteilte Fremdheit?
05Aufbau

Wie die Studie angelegt ist

Woche 1Pre-Test / Ausgangserhebung
Wochen 2–7Unterrichtsphase mit gezielter musikalischer Exposition
Woche 8Post-Test / Abschlusserhebung
Optional Woche 12Follow-up / Nachhaltigkeit
Jean-Krämer-Schule Berlin-Wittenau10. Jahrgangvoraussichtlich ca. 120 Schülerinnen und Schüler6 Klassen3 Interventionsklassen3 Kontrollklassen
06Unterricht

Was im Unterricht geschieht

Die Unterrichtsphase arbeitet mit gemeinsamer musikalischer Erfahrung: Hören, Rhythmusarbeit, Drone / Bordun als klanglicher Anker, Ruf-und-Antwort, Improvisation, kurze Reflexionen und wiederholte Begegnung mit ungewohnter Musik.

Das Ohr lernt nicht durch Information allein. Es lernt durch Erfahrung, Wiederholung und leibliche Präsenz.
07Untersuchung

Was untersucht wird

Wahrnehmung

Wie fremd oder vertraut klingt die Musik?

Sprache

Können Schülerinnen und Schüler genauer beschreiben, was sie hören?

Körper

Verändert sich die körperliche Reaktion auf Rhythmus, Klang und Bewegung?

08Sorgfalt

Wissenschaftliche Sorgfalt

Die wissenschaftlichen Details sind ausklappbar, damit Fachleute sie schnell finden, ohne normale Besucherinnen und Besucher zu überfordern.

Standards und Schutzmaßnahmen anzeigen
  • Vorher-Nachher-Vergleich
  • Kontrollgruppe
  • Matching der Klassen
  • pseudonymisierte Daten
  • freiwillige Teilnahme
  • Einwilligung der Erziehungsberechtigten
  • keine Veröffentlichung von Unterrichtsvideos
  • Bias-Kontrolle
  • zweite Beobachtungsperson / Inter-Rater-Reliabilität
  • statistische und qualitative Auswertung
  • DSGVO-konforme Speicherung
  • Genehmigung durch zuständige Stellen wird vorbereitet bzw. eingeholt
09Bedeutung

Warum das wichtig ist

Die Studie untersucht nicht nur Musikgeschmack. Sie fragt, wie Menschen lernen zu hören, wie Fremdheit entsteht und wie Unterricht Räume schaffen kann, in denen Jugendliche nicht auf Herkunft festgelegt werden, sondern gemeinsam neue Wahrnehmungen entwickeln.

Es geht nicht darum, kulturelle Unterschiede aufzulösen. Es geht darum, sie nicht vorschnell zu behaupten.
10Stand

Stand des Projekts

  1. Theorieentwicklung abgeschlossen
  2. Forschungsmanual liegt vor
  3. Unterrichtsdesign wird vorbereitet
  4. Genehmigungsverfahren in Vorbereitung
  5. Pilotierung geplant
  6. Durchführung geplant für Schuljahr 2026/27
  7. Auswertung und Veröffentlichung im Anschluss
11Ergebnisse

Ergebnisse

Die Studie beginnt im Schuljahr 2026/27. Ergebnisse werden nach Abschluss der Datenerhebung und Auswertung hier veröffentlicht.

Vorbereitet für DiagrammeZwischenberichteVeröffentlichungenDownloads

Material und Hintergrund

Die grundlegenden Dokumente liegen als ruhige Hintergrundebene bereit. Das Hörbuch zur Studie wird aktuell nicht gezeigt.

Häufige Fragen

Kurzantworten für Eltern, Kollegium und interessierte Partnerinnen und Partner.

Hat die Studie Einfluss auf Noten?

Nein. Die Teilnahme an der Datenerhebung ist von der Leistungsbewertung getrennt.

Werden Namen gespeichert?

Nein. Die Daten werden pseudonymisiert erhoben.

Müssen alle Schülerinnen und Schüler teilnehmen?

Der Musikunterricht findet regulär statt. Die Teilnahme an der Datenerhebung ist freiwillig und setzt die entsprechende Einwilligung voraus.

Werden Videos veröffentlicht?

Nein. Falls Videoaufnahmen eingesetzt werden, dienen sie ausschließlich der internen wissenschaftlichen Auswertung und werden nicht veröffentlicht.

Warum geht es um arabische Musik?

Arabische Maqam-Musik eignet sich besonders, weil sie für viele westlich sozialisierte Ohren zunächst fremd klingt. Die Studie fragt aber grundsätzlich danach, wie musikalische Wahrnehmung entsteht und sich verändern kann.