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Modul 1 - Durchführung der Stunde

Von der Wahrnehmung zur Klanggeschichte

Wie können wir unsere gehörten Klänge zu einer Klanggeschichte gestalten?

Worum es in dieser Stunde eigentlich geht

Wahrgenommene Klänge können ausgewählt, gestaltet und neu zusammengesetzt werden. Das, was die Klasse beim Soundwalk gehört hat, wird heute zu Material für eine eigene Geschichte – mit Anfang, Mitte und Schluss.

Wenn du die Stunde fachfremd übernimmst, hilft dir diese Leitfrage: nicht „Wie erkläre ich Musik richtig?", sondern „Welche Erfahrung sollen die Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt machen?" Die musikalischen Begriffe sind nur Werkzeuge. Entscheidend ist, dass jede Gruppe eine eigene, nachvollziehbare Entscheidung trifft – und dass jedes einzelne Gruppenmitglied seinen eigenen Anteil daran dokumentiert.

Vorbereitung des Unterrichtsraums

Stelle die Stühle so, dass alle einander sehen können – für den gemeinsamen Beginn und das gemeinsame Ende der Stunde. Für die Gruppenarbeitsphase wird der Raum anders genutzt: je nach Lerngruppe in Kleingruppen im selben Raum oder, wenn pädagogisch vertretbar, auf mehrere Räume verteilt, damit sich die Gruppen nicht gegenseitig stören.

Bereitlegen: das zweite Arbeitsblatt der Projektarbeit (1 pro Schülerin/Schüler – jedes Gruppenmitglied führt sein eigenes Heft), Stifte.

Prüfe vor Stundenbeginn, ob für jede Schülerin und jeden Schüler ein eigenes Heft bereitliegt. Das ist hier kein Detail: Jedes Gruppenmitglied gibt sein eigenes Heft zur Bewertung ab – nur so lässt sich später nachvollziehen, was jede einzelne Person tatsächlich erarbeitet und sich überlegt hat.

Zur Gruppeneinteilung: pädagogisches Geschick statt fester Formel

Diese Stunde lebt davon, dass zwei bis drei tragfähige Gruppen entstehen – nicht von einer bestimmten Personenzahl pro Gruppe. Überlege vor der Stunde, welche Einteilung für deine konkrete Klasse sinnvoll ist:

Welche Schülerinnen und Schüler arbeiten erfahrungsgemäß gut zusammen, ohne dass eine Person die Gruppe dominiert oder eine andere untergeht?

Gibt es Konstellationen, die du aus den vorherigen Unterrichtseinheiten bereits kennst und meiden solltest?

Ist es sinnvoller, die Einteilung selbst vorzunehmen, oder kann die Klasse an dieser Stelle Eigenverantwortung übernehmen?

Es gibt keine richtige Personenzahl pro Gruppe. Wichtig ist, dass jede Gruppe groß genug ist, um die vorgesehenen Rollen sinnvoll zu besetzen, und klein genug, dass jede Person wirklich beteiligt ist.

Einstieg und Rahmung

Beginne knapp, ruhig und ohne lange Vorrede.

Formuliere danach den konkreten Auftrag der Stunde:

Aus zeitlichen Gründen entfällt in dieser Stunde die sonst übliche Ankommensphase mit Stille und Hörjournal. Die Stunde geht direkt vom Einstieg in die Gruppenarbeit über.

Durchführung Schritt für Schritt

1. Einführung der Aufgabe

2. Gruppen und Rollen festlegen

Die Klasse wird in zwei bis drei Gruppen eingeteilt. Wie genau diese Gruppen zusammengesetzt werden, entscheidest du als Lehrkraft nach pädagogischem Ermessen – nicht nach einer festen Personenzahl. Eine sinnvolle Gruppengröße ergibt sich aus der tatsächlichen Klassenstärke, aus sozialen Konstellationen, die du aus dem bisherigen Unterricht kennst, und aus der Frage, welche Zusammensetzung eine konzentrierte Arbeitsphase wahrscheinlich macht.

Innerhalb jeder Gruppe werden anschließend verbindliche Rollen verteilt – welche Rollen das genau sind, ist auf dem Arbeitsblatt vorgegeben.

3. Geräusche der Gruppe sammeln

Jede Gruppe sammelt zunächst die Geräusche, die für ihre Geschichte in Frage kommen – auf Basis der eigenen Soundwalk-Notizen aus der vorherigen Stunde.

4. Klanggeschichte verbal entwickeln

Die Gruppe einigt sich auf eine kleine Geschichte mit Anfang, Mitte und Schluss und schreibt sie verbal auf – mindestens vier bis fünf Sätze. Die Geschichte kann eine konkrete eigene Hörerfahrung wiedergeben oder eine freiere, auf den Hörerlebnissen aufbauende eigene Erzählung sein.

5. Instrumente überlegen

Die Gruppe überlegt, welche Instrumente, Alltagsgegenstände, Stimme oder Body Percussion sich für ihre Geschichte eignen.

6. Erste Skizze der Notation

Mit den seit UE 3 bekannten Symbolen entwirft die Gruppe eine erste grobe Skizze ihrer Klanggeschichte. Diese Skizze muss am Ende der Stunde vorliegen – sie darf grob und unfertig sein, aber sie muss da sein.

Falls die Zeit nicht reicht, kann die Fertigstellung dieser Skizze als Hausaufgabe bis zur nächsten Stunde der Projektarbeit aufgegeben werden.

7. Reflexionsfragen im Projektbogen

Jedes Gruppenmitglied beantwortet für sich im eigenen Heft: Welche Geschichte erzählen wir? Warum haben wir diese gewählt? Welche Klänge sind besonders wichtig? Welche Instrumente stehen für diese Klänge?

8. Sammlung im Klassenraum am Ende der Stunde

Alle Gruppen kommen noch einmal kurz im Klassenraum zusammen.

Kündige an, dass die Skizze bis zur nächsten Stunde der Projektarbeit als grobe Fassung vorliegen muss – notfalls fertiggestellt als Hausaufgabe.

Deine Rolle während der Stunde

Du gibst keine inhaltlichen Lösungen vor. Frage stattdessen: Was ist eure wichtigste Szene? Welche Klänge braucht ihr wirklich? Was verändert sich in eurer Geschichte von Anfang zu Ende? Wenn Gruppen in unterschiedlichen Räumen arbeiten, ist eine kurze, planbare Rundgangstruktur hilfreich, damit du jede Gruppe einmal erreichst.

Typische Stolperstellen

Aus Klangideen müssen spielbare Szenen werden, ohne die kreative Energie der Gruppe abzuwürgen. Du stehst zwischen Offenheit und Struktur: Zu viel Freiheit führt schnell zu Lautstärke und Zerstreuung, zu viel Vorgabe nimmt der Klanggeschichte ihren eigenen Zugriff. Bewährt ist eine harte Begrenzung der Bausteine: wenige Klänge, klare Reihenfolge. Die Qualität entsteht aus Wiederholbarkeit, nicht aus Materialfülle.

Behalte im Blick, dass jedes Gruppenmitglied sein eigenes Heft führt – auch wenn die Klanggeschichte als Gruppe entwickelt wird, ist die Dokumentation eine individuelle Aufgabe. Wenn eine Gruppe unruhig wird, verkleinere den Auftrag. Wenn sie eine Antwort von dir erwartet, gib die Frage zurück: „Woran würdet ihr merken, dass eure Geschichte funktioniert?"

Wenn sich eine Gruppe während der Arbeit zerstreitet: Greife zuerst selbst ein. Geh zur Gruppe, höre dir kurz an, worum es geht, und versuche, den Konflikt zu klären – oft reicht es, die Aufgabe noch einmal zu konkretisieren oder eine Rolle neu zu verteilen.

Wenn sich der Konflikt dadurch nicht lösen lässt, gib der Gruppe eine echte Wahl, statt sie zur Weiterarbeit zu zwingen:

Wichtig dabei: Die Präsentationsaufgabe ist keine Bestrafung und keine Abwertung – sie ist eine gleichwertige, andere Form, das Modul abzuschließen. Manche Gruppen oder einzelne Schülerinnen und Schüler arbeiten in dieser Form schlicht besser. Kommuniziere das auch so:

Abschluss und Übergang

Von Planung, Rollen und erster Skizze zur Werkstattphase des Klangstücks in der nächsten Stunde der Projektarbeit.

Übungskarten zur Stunde

Die Karten verdichten die praktische Unterrichtsbewegung, ohne den Durchführungstext zu ersetzen.

Funktion

Projektarbeit Stunde 2: Klanggeschichte planen

Soundwalk-Erinnerungen werden ausgewählt, geordnet und als Geschichte mit Anfang, Mitte und Schluss geplant.

Jede Gruppe entwickelt eine eigene nachvollziehbare Klanggeschichte; jedes Gruppenmitglied dokumentiert den eigenen Anteil.

Material

Vorbereiten

Projektarbeits-Heft, zweites Arbeitsblatt, Stifte, Gruppenarbeitsplätze.

Entscheidend ist, dass Materialsuche die Stunde nicht unterbricht.

Übergang

Nächster Schritt

Von Rollen, Geschichte und erster Skizze zur Werkstattphase des Klangstücks.

Praxis während der Durchführung

Unterrichtliche Vertiefung

Funktion der Stunde im Modul

Soundwalk-Erinnerungen werden ausgewählt, geordnet und als Geschichte mit Anfang, Mitte und Schluss geplant.

Jede Gruppe entwickelt eine eigene nachvollziehbare Klanggeschichte; jedes Gruppenmitglied dokumentiert den eigenen Anteil.

Übungen und Durchführung

Direkter Einstieg, Gruppen und Rollen klären, Geräusche sammeln, Geschichte schreiben, Instrumente überlegen, Notationsskizze beginnen.

Didaktische Hinweise

Herausforderungen

Die Herausforderung liegt darin, Wahrnehmung, Ordnung und Verantwortung nicht vorschnell an die Lehrkraft zurückzuziehen.

Halte den Rahmen klar, gib Verantwortung an die Gruppe zurück und frage immer nach der Funktion: Woran merken wir, dass es trägt?

Übergang / Sicherung

Von Rollen, Geschichte und erster Skizze zur Werkstattphase des Klangstücks.